Im Rahmen der Paarberatung/Sexualberatung ist der Orgasmus ein echtes Top-Thema. Viele trauen sich nicht, anzusprechen, dass es ihnen nicht leicht fällt oder dem Partner / der Partnerin zum ersehnten und erwünschten Gipfel der Lust zu kommen. Was läuft schief und was können beide Partner tun?
Gehören Sex und der Orgasmus zusammen?
Nach einer Umfrage des Kondomherstellers Durex sollte man meinen der Orgasmus sei reine Männersache. Hiernach haben 80 Prozent der deutschen Männer einen Orgasmus beim Sex mit ihrer Partnerin und nur etwa 30% der Frauen. Woher kommt der Unterschied? Wie kann es sein, dass vier von fünf Männern den Höhepunkt erleben, aber kaum eine von drei Frauen? Gehört der Höhepunkt nicht zum Sex? Sagen wir es so, er sollte nicht das Pflichtprogramm sein, dann gelingt er öfter und besser.
Der gleichzeitige Orgasmus
Ein Mythos ist es, dass ein gleichzeitiger Orgasmus bei Mann und Frau wichtig ist und den Höhepunkt der Verschmelzung darstellt. Sicher ist es wundervoll, dies zu erleben, aber es ist nicht wichtig und auch nicht ein absolutes Ideal. Wenn sich beide Partner nacheinander um den Höhepunkt des jeweils Anderen bemühen, so kann dies auch wundervoll sein. So kann jeder Partner einmal im Mittelpunkt des Aktes sein und der andere Partner hat die Möglichkeit, ein wenig still zu genießen, was das Gegenüber gerade schönes erlebt. Es geht eben nicht um einen Wettbewerb und nicht um Höchstleistungen, sondern um den Genuss.
Sexualität, Lust und der Orgasmus – wie es besser geht:
Es ist vieles manchmal zu einfach im Leben. Bei der Sexualität und vor allem beim Orgasmus gilt das gleiche wie immer im Leben: Je weniger Mühe sich sich geben, etwas erreichen zu müssen, umso besser ist es. Sie müssen sich im Sex nicht beweisen und Sie werden auch nicht benotet. Lassen Sie sich und den Gefühlen freien Lauf. Geben Sie sich die Chance, zu genießen und auch die Chance, einmal etwas nicht zu erleben bzw. erleben zu müssen. Wenn Sie etwas zu sehr wollen, erreichen Sie nie etwas im Leben. Wenn Sie einen Menschen zu sehr lieben, werden Sie ihn/sie erschrecken und eher in die Flucht schlagen, als für sich gewinnen. Genauso ist es auch im Liebesspiel.
Der Lust und dem Sex eine Chance geben
Gestehen Sie sich zu, dass Lustkiller wie Arbeit, Stress und Kinder da sind und Sie keine Maschine sind. Das betrifft auch Ihren Partner und Ihre Partnerin. Wenn Ihr Partner nach Hause kommt und Sie sofort zur Sache kommen, so ist auch das oft ein Lustkiller. Die Vorstellung hat sicher einen Reiz, aber den Partner ankommen lassen, ist eine bessere Voraussetzung. Auch im Urlaub sollten Sie erst einmal 1-2 Tage warten und dem Partner die Chance geben, sich an die neue Ruhe zu gewöhnen. Lassen Sie den Alltag erst einmal ein wenig ziehen und dann kümmern Sie sich um die Intimität. Jagen Sie nicht nach Höchstleistungen, sondern genießen Sie.
Die Lust des Anderen genießen
Kümmern Sie sich umeinander und lassen Sie sich gegenseitig die Chance, zu genießen. Beide Partner sollten dem Gegenüber die Lust gönnen und genießen lassen. Schauen Sie, wie er oder sie reagiert, wenn Sie dies oder jenes probieren. Geben Sie dem Gegenüber zu erkennen, dass Sie gerne Wünsche erfüllen und bitten Sie darum zu sagen, was schön ist. Geben Sie sich den Freiraum und die Möglichkeit, sich immer wieder neu zu erkunden und zu erkennen, was noch alles schön sein kann. Und geben Sie dem Partner/der Partnerin alles was er/sie braucht und was auch Sie zulassen können. Öffnen Sie sich und schauen Sie, was Sie noch bereichern kann. Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit mit viel Lust und Erotik.
Bild © Stingray / PIXELIO




Schöne Zusammenfassung der Kernelemente von gutem Sex. Zwang ist der Tot! Entspannung ist Gold! Seit ich derartiges gelesen hatte – ist schon eine Weile her
– ging es bei mir auch steil bergauf! Top!