Rauchen genetisch bedingt
Rauchentwöhnung ist eine unserer Kernkompetenzen. Daher steht eins für uns ohnehin fest: Sich das Rauchen abzugewöhnen ist nicht nur eine Frage von eiserner Disziplin. Jetzt wurde in einer Großstudie mit mehr als 140.000 Menschen von Forschern bestätigt: Es hängt auch von unseren Genen ab, wie sehr wir den Zigaretten verfallen sind – und auch wie leicht oder schwer wir davon loskommen.
Die Wissenschaft bietet Rauchern nun die ideale Ausrede: Ihre Gene könnten schuld daran sein, dass Sie rauchen und auch besonders schlecht aufhören können. Insgesamt drei internationale Studien im Fachmagazin “Nature Genetics”, an der mehr als hundert Forscher, eine ganze Reihe von Universitäten und große Firmen beteiligt waren, bestätigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Anfälligkeit für das Rauchen und bestimmten Genmutationen. Die Menge der beteiligten Wissenschaftler war immens groß.
Die Forscher fanden gleich mehrere Orte, die einen Zusammenhang zwischen Anfälligkeit für das Laster Rauchen, Abhängigkeit und der Zahl der konsumierten Zigaretten pro Tag herstellen. So haben Menschen mit bestimmtem Mutationen – vor allem auf den Chromosomen 8 und 19 – einen stärkeren Zigarettendrang, als menschen, bei denen dies nicht so ist. Diese Menschen rauchten täglich im Schnitt nicht nur mehr Zigaretten, sondern hätten scheinbar auch ein um zehn Prozent erhöhtes Lugenkrebsrisiko. Auch Genvarianten auf Chromosom 15 erhöht scheinbar die Nikotin-Abhängigkeit und dem Risiko für Krankheiten, darunter Lungenkrebs.
Ebenso hatten frühere Studien bereits zu der Vermutung geführt, dass eine Genmutation auf Chromosom 11 den Träger mit größerer Wahrscheinlichkeit zum Raucher werden lässt. Zudem fanden die Wissenschaftler heraus, dass Chromosom 9 offenbar ein Gen enthält, das in einer bestimmten Variante bei manchen Menschen die Entwöhnung leichter macht.
Auf einigen der entdeckten Genabschnitte liegen beispielsweise die Baupläne für Enzyme, die beim Abbau von Nikotin eine Rolle spielen. Das Nikotin als wesentlicher Suchtstoff in der Zigarette entfaltet im Gehirn über die Aktivierung sogenannter Nikotinrezeptoren seine stimulierenden Effekte. Diese Rezeptoren nehmen die Suchtstoffe auf und setzen anschließend “Glückshormone” wie die Neurobotenstoffe Dopamin und Serotonin frei.
Die Tabakindustrie könnte es bald mit einem ebenbürtigen Marktgegner zu tun bekommen, der sich aufmacht, mit Kapital gegen Zigarettensucht vorzugehen. Es scheint so, als sei der Weg gefunden worden, dem Rauchen genetisch den Gar aus zu machen.
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Wir freuen uns auf Sie.
Ihr Arno Ostländer

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